Digitale Rockstars und die Kunst des Vortrags

Die Ubercloud versammelte internationale Top-Kreative in Köln, um die verschiedenen Aspekte von digitalem Brandbuilding zu beleuchten

Die Congress Hall war gut gefüllt, als Jens Schmidt, Gründer von Moccu und Board Member des ADC das Podium betrat. Zuvor hatte jeder Besucher von Messehostessen einen grünen und einen roten Leuchtstab ausgehändigt bekommen. Der Saal wurde verdunkelt und das Daten-Visualisierungs-Experiment konnte beginnen. „Wer von Euch arbeitet in einer Agentur – der hebt bitte den grünen Stab.“ lautete die Aufforderung.  80 Prozent Agenturen Tatsächlich konnten nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten, erste Ergebnisse von der sensorischen Kamera auf den Screen übertragen werden.

80 Prozent

Agenturmenschen lautete das Ergebnis, wodurch sich Schmidt zu dem Scherz verleitet sah, die wenigen anwesenden Kunden sollten ihre roten Stäbe doch auch bitte nach der Abstimmung in der Hand behalten, um später besser verfolgt werden zu können.

Das Zeitproblem

Obwohl das Experiment mit seinen vielen Fragen ausgehend von Publikumsbedürfnissen bis hin zu globalen Umweltproblemen etwas zu lange anberaumt war, schaffte es einen bleibenden Eindruck zu und zeigte interaktiv und bildhaft das Potential von Datenvisualisierung auf. Der Abschlußeindruck der beschriebenen Tagessequenz kann als beispielhaft für die Stärken und Schwächen der Pre-Dmexco-Veranstaltung Ubercloud bezeichnet werden.

Du bist cool, ich bin cool

Immer wieder wurden inspirierende Ansätze präsentiert, doch selten im passenden rhetorischen oder zeitlichen Rahmen. Bei den Diskussionen wurden die realen Probleme und Herausforderungen des Agenturbetriebs und der Kreation kaum oder gar nicht thematisiert. Die Podiumsgäste, die sich vielfach aus der Riege „Digitaler Rockstars“ rekrutierten, fanden sich größtenteils gegenseitig so cool und sympathisch, dass sie sich in jeder Aussage übereinstimmten.

An der Realität vorbei

Trotz eines abwechslungsreich gestalteten Programms, das von „New Story-Telling“ über die digitale Aufbereitung der Olympischen Spiele 2012 bis zur Vorstellung des Schulkonzeptes der Miami Ad School einen interessanten Blick in die Zukunft zu werfen gedachte, schienen wenige Kunden Interesse an den visionär gehaltenen Vorträgen der vorgestellten Talente zu haben. Der Grund mag der von vielen Besuchern am Ende des Tages angekreidete Umstand sein, dass wohl das Gros der Vorträge spannend gewesen sein mag, in der Realität aber an großflächige Umsetzungen noch kaum zu denken ist. (Tatjana Rauth aus Köln, 21.9.2011)

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